Sri Aurobindo

Sri AurobindoSri Aurobindo zählt, sowohl in Indien als auch im Westen, zu den berühmtesten Yogis und Yogaphilosophen des 20. Jahrhunderts.

Am 15.8.1872 wurde Aurobindo Ghose in Kalkutta/Indien geboren. Mit sieben Jahren wurde er von seinem Vater zur Ausbildung nach England geschickt. Er beendete sein Studium in Altphilologie auf dem Kings’s College in Cambridge und ging 1893 mit 21 Jahren nach Indien zurück. Dort arbeitete er als Professor und stellvertretender Direktor in Baroda. Außerdem beschäftigte er sich intensiv mit der indischen Kultur und lernte Sanskrit. Schon in England war sein Interesse an der indischen Politik erwacht. Als der geistig-politische Führer der Jahrhundertwende setzte er sich inspirierend für die Unabhängigkeit Indiens von den Briten ein, bis er sich 1909 vollständig aus dem politischen Leben zurückzog.

Er ging nach Pondicherry/Südindien und widmete sich ganz dem inneren spirituellen Leben. Hier schrieb er zahlreiche, mittlerweise in viele Sprachen übersetzte Bücher, in denen er den von ihm entwickelten Integralen Yoga beschreibt, den Yoga, der nicht nur das Bewusstsein des Menschen befreit, sondern auch sein gesamtes Wesen transformiert.

1926 gründete er zusammen mit seiner spirituellen Weggefährtin, der Mutter, den Sri Aurobindo Ashram in Pondicherry. Im selben Jahr zog er sich von allen äußeren Kontakten zurück, hielt aber eine intensive Korrespondenz mit seinen Schülern aufrecht. In vielen 1000 Briefen beantwortete er in aller Ausführlichkeit Fragen, die ihm zum Thema Yoga gestellt wurden. Er gab sein brilliantes Wissen in seinen Büchern weiter und vollendete sein größtes Epos „Savitri“.

Sri Aurobindo verließ seinen Körper am 5.12.1950.

Sri Aurobindo über Spiritualität:

…Spiritualität ist nicht hohe Intellektualität, nicht Idealismus, nicht eine ethische Geistesrichtung oder moralische Reinheit und Zügelung, nicht Religiosität oder eine glühende, ekstatisch emotionale Inbrunst, nicht einmal eine Verbindung all dieser ausgezeichneten Dinge; eine mentale Anschauung, eine Überzeugung oder ein Glaube, ein emotionales Streben, eine Verhaltensweise, die durch ein religiöses oder ethisches Schema bestimmt werden, sind nicht eine spirituelle Errungenschaft und Erfahrung. Diese Dinge sind von beträchlichem Wert für das Mental und Leben, sie sind von Wert für die spirituelle Evolution als solche, als vorbereitende Bewegungen, welche die (menschliche) Natur disziplinieren, läutern oder ihr eine angemessene Form verleihen; doch gehören sie noch zur mentalen Evolution, - der Beginn einer spirituellen Verwirklichung, Erfahrung, Veränderung zeichnet sich noch nicht ab. Spiritualität ist in ihrer Essenz ein Erwachen für die innere Realität unseres Wesens, für einen Spirit, ein Selbst, eine Seele, die sich von unserem Mental, Leben und Körper unterscheiden, ein inneres Sehnen zu wissen, zu fühlen, das zu sein, mit einer größeren Wirklichkeit darüber in Kontakt zu kommen und das Universum zu durchdringen, das auch in unserem eigenen Wesen wohnt, Damit verbunden und Damit geeint zu sein, sowie eine Wende, eine Wandlung, eine Umwandlung unseres ganzen Wesens als Ergebnis des Sehnens, des Kontaktes, der Einung, ein Wachsen oder Erwachen in ein neues Werden oder ein neues Wesen, ein neues Selbst, eine neue Natur.

Aus: Inneres Wachsen. Die Psychologie der inneren Entwicklung

Bücher von und über Sri Aurobindo:

Savitri – Legende und Sinnbild
Hinder & Deelmann, 1992

Das Göttliche Leben
Hinder & Deelmann, 2002

Die Synthese des Yoga
Hinder & Deelmann, 2000

Essays über die Gita
Sri Aurobindos Kommentar zur Bhagavadgita, 1992

Abenteuer des Bewusstseins
Satprem, Hinder und Deelmann

12 Jahre mit Sri Aurobindo
Nirodbaran, Hinder und Deelmann

Inneres Wachsen
Die Psychologie der inneren Entwicklung

Eine Auswahl aus den Werken von Sri Aurobindo und Der Mutter
Sri Aurobindo Ashram Publication Department, 1995

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Die Welt ist anders, als wir sie jetzt sehen und uns denken, und unser Leben ist ein tieferes Mysterium, als uns träumt.
Sri Aurobindo, Savitri